


Ökostrom bei netcup
29.09.2026|Kategorie: Nachhaltigkeit

netcup ist Teil der österreichischen Anexia-Gruppe, die einen Teil des Stroms für ihre Rechenzentren selbst erzeugt. Zwei Wasserkraftwerke in der Steiermark (Kammern, Fressnitz) und ein Solarpark in Niederösterreich (Jaidhof) liefern zusammen rund 2,2 Megawatt Leistung.
Kammern speist dabei direkt in den Rechenzentrumsstandort Wien (Datasix) ein, an dem auch netcup-Server laufen. Dieser Beitrag legt offen, wie viel Strom aus eigener Erzeugung stammt, welche Anlagen dahinterstehen und wo die Grenzen der verfügbaren Daten liegen.

Anlage
Typ
Standort
Leistung
Übernahme oder Bau
Jahresertrag
Kammern
Laufwasserkraftwerk, Kaplan-Turbine
Liesingtal, Steiermark
600 kW
übernommen am 10.05.2024
nicht veröffentlicht
Fressnitz
Laufwasserkraftwerk, Pelton-Turbine
Fressnitzbach, Bezirk Krieglach, Steiermark
rund 600 kW (nach Angaben von Anexia Energy)
bis Ende Oktober 2025 anderer Eigentümer, seither Hydro Power Fressnitz GmbH, Tochter von Anexia Energy
nicht veröffentlicht
Jaidhof
Photovoltaik-Freiflächenanlage, 1.428 Solarmodule
Krems Land, Niederösterreich
rund 1 MW
errichtet 2025
rund 1.127 MWh pro Jahr
Nur für den Solarpark Jaidhof ist der Jahresertrag öffentlich ausgewiesen, rund 1.127 MWh pro Jahr. Für Kammern und Fressnitz liegen keine veröffentlichten Werte vor, die Gesamtsumme aller drei Anlagen dürfte also über dieser Zahl liegen.
Das Wasserkraftwerk Kammern wurde am 10. Mai 2024 auf Anexia übertragen, die erste eigene Erzeugungsanlage der Gruppe. Technisch stürzen laut Alexander Windbichler pro Sekunde rund 12.000 Tonnen Wasser über eine Druckrohrleitung in die Tiefe, genutzt wird ein Gefälle im 40 Kilometer langen Fluss Liesing. Der Strom fließt direkt in den Betrieb der Anexia-Rechenzentren, vor allem in das Wiener Rechenzentrum Datasix, an das netcup als Tochtergesellschaft angeschlossen ist.



Fressnitz kam als dritte Anlage nach Kammern und Jaidhof hinzu und leistet nach Angaben von Anexia Energy rund 600 kW. Ausbaudurchfluss, Fallhöhe und Druckrohrleitung sind öffentlich nicht im Detail dokumentiert. Die Gesellschaft dahinter gehörte bis Ende Oktober 2025 einem anderen Eigentümer und firmiert seither als Hydro Power Fressnitz GmbH, eine hundertprozentige Tochter von Anexia Energy.
Rund um den Solarpark Jaidhof wurden heimische Gehölze gepflanzt und eine nur einmal jährlich gemähte Heublumenwiese angelegt, als Lebensraum für Flora und Fauna im intensiv landwirtschaftlich genutzten Umfeld.
Kennzahl
Einheit
2022
2023
2024
Treibhausgas-Emissionen gesamt
t CO₂-Äquivalent
713,76
701,38
924,59
Energieverbrauch Büros (Strom und Wärme)
MWh
300,19
345,48
394,16
Quelle: Umweltbericht 2025, Anexia-Unternehmensgruppe, Kennzahlen nach EMAS-Kernleistungsindikatoren, erstmals erhoben 2025.
Die Gesamtemissionen sind 2024 gestiegen, laut Umweltbericht vor allem wegen gestiegenem Bedarf an Rechenzentrums-Hardware. Isoliert betrachtet, ohne Rechenzentren und Mitarbeitermobilität, sank der Corporate Carbon Footprint der Standort-Aktivitäten 2024 um 7 Prozent. Das für 2024 gesetzte Ziel einer Gesamtreduktion von 5 Prozent wurde damit insgesamt verfehlt.
Als eine der Maßnahmen für die 2025er-Ziele nennt der Umweltbericht unter anderem den Ankauf weiterer Kraftwerke und einen verbesserten Energiemix an weiteren Rechenzentrumsstandorten.
Diese Werte sind Zielgrößen für 2025, keine bestätigten Ist-Werte. Ob sie erreicht wurden, veröffentlicht Anexia voraussichtlich erst im nächsten Umweltbericht.


netcup ist seit 2023 nach ISO 14001 zertifiziert, dem Standard für Umweltmanagement, die Anexia-Gruppe insgesamt bereits seit 2022. Beide Zertifikate werden jährlich durch TÜV Nord Cert GmbH geprüft. netcup und Anexia halten daneben weitere Zertifikate zu Qualität, Informationssicherheit und Datenschutz, Details dazu stehen auf der netcup Zertifizierungen-Seite.
Für private und kleinere Hosting-Kunden ändert sich am Produkt nichts, der Ökostrom-Anteil ist Teil der bestehenden Infrastruktur und kein Zusatztarif. Für Geschäftskunden mit eigener Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa im Rahmen der CSRD, kann das ISO-14001-Zertifikat und der jährliche Umweltbericht als Lieferantenbeleg dienen. Ein Trade-off bleibt: Die Zahlen gelten auf Konzernebene, es gibt aktuell keine Möglichkeit, den eigenen Serververbrauch einzeln auf die Kraftwerksleistung zurückzurechnen.
Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus öffentlichen Anexia- und netcup-Quellen. Alle Werte sind Konzernangaben der Anexia-Gruppe, nicht netcup-spezifische Messwerte. Die vollständige Quellenliste mit Links und Abrufdatum steht am Ende des Beitrags.