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Wie viel Ökostrom erzeugt netcups Muttergesellschaft Anexia selbst?

Zuletzt aktualisiert am: 29.09.2026 | Geprüft von: Brian, Content Manager

netcup ist Teil der österreichischen Anexia-Gruppe, die einen Teil des Stroms für ihre Rechenzentren selbst erzeugt. Zwei Wasserkraftwerke in der Steiermark (Kammern, Fressnitz) und ein Solarpark in Niederösterreich (Jaidhof) liefern zusammen rund 2,2 Megawatt Leistung. 

 

Kammern speist dabei direkt in den Rechenzentrumsstandort Wien (Datasix) ein, an dem auch netcup-Server laufen. Dieser Beitrag legt offen, wie viel Strom aus eigener Erzeugung stammt, welche Anlagen dahinterstehen und wo die Grenzen der verfügbaren Daten liegen.

Auf einen Blick

  • Zwei Wasserkraftwerke plus ein Solarpark: Kammern (600 kW), Fressnitz (600 kW) und der Photovoltaik-Park Jaidhof (rund 1 MW) ergeben zusammen etwa 2,2 Megawatt installierte Leistung (Stand: aktuelle Angabe von Anexia Energy, Abruf 11.09.2026).
  • Kammern deckt im Schnitt rund ein Drittel des Strombedarfs am Rechenzentrumsstandort Wien (Datasix).
  • Der Solarpark Jaidhof erzeugt rund 1.127 Megawattstunden pro Jahr auf 1,16 Hektar Fläche mit 1.428 Solarmodulen, das entspricht nach Angaben von Anexia nochmals fast einem Drittel des Bedarfs am Standort Wien.
  • netcup ist seit 2023 nach ISO 14001 zertifiziert, dem Standard für Umweltmanagement, jährlich geprüft durch TÜV Nord Cert GmbH.

Welche eigenen Kraftwerke betreibt Anexia für die Rechenzentren?

Anlage

Typ

Standort

Leistung

Übernahme oder Bau

Jahresertrag

Kammern

Laufwasserkraftwerk, Kaplan-Turbine

Liesingtal, Steiermark

600 kW

übernommen am 10.05.2024

nicht veröffentlicht

Fressnitz

Laufwasserkraftwerk, Pelton-Turbine

Fressnitzbach, Bezirk Krieglach, Steiermark

rund 600 kW (nach Angaben von Anexia Energy)

bis Ende Oktober 2025 anderer Eigentümer, seither Hydro Power Fressnitz GmbH, Tochter von Anexia Energy

nicht veröffentlicht

Jaidhof

Photovoltaik-Freiflächenanlage, 1.428 Solarmodule

Krems Land, Niederösterreich

rund 1 MW

errichtet 2025

rund 1.127 MWh pro Jahr

Nur für den Solarpark Jaidhof ist der Jahresertrag öffentlich ausgewiesen, rund 1.127 MWh pro Jahr. Für Kammern und Fressnitz liegen keine veröffentlichten Werte vor, die Gesamtsumme aller drei Anlagen dürfte also über dieser Zahl liegen.

 

Das Wasserkraftwerk Kammern wurde am 10. Mai 2024 auf Anexia übertragen, die erste eigene Erzeugungsanlage der Gruppe. Technisch stürzen laut Alexander Windbichler pro Sekunde rund 12.000 Tonnen Wasser über eine Druckrohrleitung in die Tiefe, genutzt wird ein Gefälle im 40 Kilometer langen Fluss Liesing. Der Strom fließt direkt in den Betrieb der Anexia-Rechenzentren, vor allem in das Wiener Rechenzentrum Datasix, an das netcup als Tochtergesellschaft angeschlossen ist.

Luftaufnahme einer Photovoltaik-Freiflächenanlage im Bau, mit aufgestellten Unterkonstruktionsreihen neben einer Straße und landwirtschaftlichen Flächen.Zwei Arbeiter montieren ein Photovoltaik-Modul auf der Unterkonstruktion.

Fressnitz kam als dritte Anlage nach Kammern und Jaidhof hinzu und leistet nach Angaben von Anexia Energy rund 600 kW. Ausbaudurchfluss, Fallhöhe und Druckrohrleitung sind öffentlich nicht im Detail dokumentiert. Die Gesellschaft dahinter gehörte bis Ende Oktober 2025 einem anderen Eigentümer und firmiert seither als Hydro Power Fressnitz GmbH, eine hundertprozentige Tochter von Anexia Energy.

 

Rund um den Solarpark Jaidhof wurden heimische Gehölze gepflanzt und eine nur einmal jährlich gemähte Heublumenwiese angelegt, als Lebensraum für Flora und Fauna im intensiv landwirtschaftlich genutzten Umfeld.

Wie hat sich der CO2-Fußabdruck von Anexia entwickelt?

Kennzahl

Einheit

2022

2023

2024

Treibhausgas-Emissionen gesamt

t CO₂-Äquivalent

713,76

701,38

924,59

Energieverbrauch Büros (Strom und Wärme)

MWh

300,19

345,48

394,16

Quelle: Umweltbericht 2025, Anexia-Unternehmensgruppe, Kennzahlen nach EMAS-Kernleistungsindikatoren, erstmals erhoben 2025.

 

Die Gesamtemissionen sind 2024 gestiegen, laut Umweltbericht vor allem wegen gestiegenem Bedarf an Rechenzentrums-Hardware. Isoliert betrachtet, ohne Rechenzentren und Mitarbeitermobilität, sank der Corporate Carbon Footprint der Standort-Aktivitäten 2024 um 7 Prozent. Das für 2024 gesetzte Ziel einer Gesamtreduktion von 5 Prozent wurde damit insgesamt verfehlt.

 

 

Welche Umweltziele verfolgt Anexia für 2025 und darüber hinaus?

  • Anteil erneuerbarer Energien am Rechenzentrumsstrom in Österreich und Deutschland auf 60 Prozent erhöhen.
  • Eigenversorgungsgrad mit erneuerbarer Energie in Österreich auf 75 Prozent erhöhen.
  • Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge in der Flotte auf 50 Prozent erhöhen.
  • Mindestens zweimal jährlich die gesamte Organisation zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen schulen.
  • Ressourcenverbrauch und Abfallaufkommen insgesamt senken.

 

Als eine der Maßnahmen für die 2025er-Ziele nennt der Umweltbericht unter anderem den Ankauf weiterer Kraftwerke und einen verbesserten Energiemix an weiteren Rechenzentrumsstandorten.

Diese Werte sind Zielgrößen für 2025, keine bestätigten Ist-Werte. Ob sie erreicht wurden, veröffentlicht Anexia voraussichtlich erst im nächsten Umweltbericht.

Damm mit Schleusentor an einem Fluss, umgeben von bewaldeten Hügeln.Wasserkanal eines Laufwasserkraftwerks mit Fischaufstiegshilfe und einem kleinen Turbinengebäude aus Holz vor bergiger Landschaft.

Welches Zertifikat sichert das Umweltmanagement ab?

netcup ist seit 2023 nach ISO 14001 zertifiziert, dem Standard für Umweltmanagement, die Anexia-Gruppe insgesamt bereits seit 2022. Beide Zertifikate werden jährlich durch TÜV Nord Cert GmbH geprüft. netcup und Anexia halten daneben weitere Zertifikate zu Qualität, Informationssicherheit und Datenschutz, Details dazu stehen auf der netcup Zertifizierungen-Seite.

 

 

Was bedeutet das konkret für netcup Kunden?

Für private und kleinere Hosting-Kunden ändert sich am Produkt nichts, der Ökostrom-Anteil ist Teil der bestehenden Infrastruktur und kein Zusatztarif. Für Geschäftskunden mit eigener Nachhaltigkeitsberichterstattung, etwa im Rahmen der CSRD, kann das ISO-14001-Zertifikat und der jährliche Umweltbericht als Lieferantenbeleg dienen. Ein Trade-off bleibt: Die Zahlen gelten auf Konzernebene, es gibt aktuell keine Möglichkeit, den eigenen Serververbrauch einzeln auf die Kraftwerksleistung zurückzurechnen.

 

 

Welche netcup Produkte passen

  • Root-Server und vServer für Privat- und Kleinkunden laufen ohne Aufpreis über dieselbe Infrastruktur, die auch die eigene Energieerzeugung nutzt.
  • Managed Private Server für Geschäftskunden eignet sich, wenn Lieferantendaten für die eigene ESG-Berichterstattung benötigt werden.
  • Server-Standort Wien ist der Standort, der direkt an die beschriebenen Kraftwerke angebunden ist.

FAQ

Methodik und Datenherkunft

Die Zahlen in diesem Beitrag stammen aus öffentlichen Anexia- und netcup-Quellen. Alle Werte sind Konzernangaben der Anexia-Gruppe, nicht netcup-spezifische Messwerte. Die vollständige Quellenliste mit Links und Abrufdatum steht am Ende des Beitrags.

 

Transparenzhinweis zu diesen Daten

  • Konzernebene statt Tochtergesellschaft: Alle Kraftwerks- und Umweltzahlen sind konsolidierte Angaben der Anexia-Gruppe. Es liegen keine isolierten, netcup-spezifischen Messwerte vor.
  • Ungeklärte Datenlage (Kraftwerk Kammern): Der genaue Jahresertrag für Kammern ist nicht veröffentlicht. Zudem zeigen die öffentlich genannten Werte zur Abdeckung des Standorts Wien Spannen: Eine frühe Aussage von Oktober 2024 („gesamter Verbrauch") steht neben den späteren Anexia-Angaben von im Schnitt „einem Drittel".
  • Hardware-Wachstum übersteigt Effizienzgewinne: Der Corporate Carbon Footprint der Gruppe ist 2024 insgesamt gestiegen. Selbst eigenerzeugter Ökostrom senkt die absoluten Emissionen nicht automatisch, solange der Hardware-Bedarf der Rechenzentren derart rasant wächst.


 

 

Quellen und weiterführende netcup-Seiten

  1. Ökostrom und Energieeffizienz, netcup, Abruf 29.09.2026
  2. Zertifizierungen, netcup, Abruf 29.09.2026
  3. Standort Wien, netcup, Abruf 29.09.2026
  4. Über uns, Anexia Energy, Abruf 24.08.2026
  5. Unsere Kraftwerke, Anexia Energy, Abruf 11.09.2026
  6. Umweltbericht 2025, Anexia-Unternehmensgruppe, PDF, Abruf 29.09.2026
  7. „Why cloud provider Anexia is now buying power plants in Austria", Kleine Zeitung (Uwe Sommersguter), wiedergegeben im Anexia Blog, 28.11.2024, Abruf 24.08.2026
  8. „Hydropower plant for cloud servers", Kronen Zeitung (Christian Tragner), wiedergegeben im Anexia Blog, 29.10.2024, Abruf 24.08.2026